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Weihnachten im Glas

Weihnachtsgebäck mal anders: Die Cocktail-Magier des Botanical Garden mixen aromatisch Hochprozentiges für beschwingte Festtage.

Weihnachten im Glas

„Spirituosen sind an sich schon eine botanische Angelegenheit“

Es muss nicht unbedingt eine Backstube sein, welcher an manchen Winterabenden der warme, wunderbare Duft nach Weihnachten entsteigt – es kann auch durchaus eine Cocktailbar sein. Nicht irgendeine freilich, sondern ein Etablissement der sehr speziellen Art, das schon alleine durch seine Namensgebung Außergewöhnliches vermuten lässt: Botanical Garden. Doch wie kommt man auf die Idee, einer Bar einen Namen zu verpassen, der eher einem Floristikladen angemessen scheint?

„Spirituosen sind an sich schon eine botanische Angelegenheit“, sagt Markus Altrichter, der gemeinsam mit dem Brüderpaar Sammy Walfisch und Fabian Kalal für das Konzept des exotischen Wiener Cocktail-Gartens verantwortlich zeichnet, „denn Alkohol wird ausschließlich aus Grundstoffen pflanzlichen Ursprungs destilliert. Wir haben diesen Gedanken konsequent zu etwas weiterentwickelt, das wir gerne als ‚flüssige Kräuterküche‘ bezeichnen: Drinks und Cocktails, bei denen Kräuter und Gewürze eine zentrale Rolle spielen – vor allem auch Gewürze, die hierzulande als typisch weihnachtlich gelten, wie z. B. Vanille, Zimt oder Nelken, die allerdings in der karibischen Küche zum Alltag zählen. Und wir legen großen Wert darauf, wo immer möglich alle aromatischen Zutaten für unsere Cocktails selbst zuzubereiten, von der  Gewürzpflanze bis zu selbst angesetzten Bar Bitters, Sirupen und Likören – afrikanisches Basilikum, Aloe Vera oder Galgant werden z. B. von uns selbst direkt im Lokal in Bottichen gezogen.“


Corn’n’Oil

Was weihnachtlich-würzige Aromen betrifft, sind die drei Botanical Garden-Betreiber also wahre Wissenschafter, weshalb Altrichter gleich zum festlichen Auftakt – z. B. als Aperitif-Einstimmung zum Weihnachtsdinner – den Signature Drink des Hauses empfiehlt: Corn’n’Oil, dessen Rezeptur er von seinen Reisen als Barchef eines Kreuzfahrtschiffs mitgebracht hat: 5 cl Bacardi Ron 8 Anos Reserva, 2 cl frischer Limettensaft, 2 cl Falernum (ein spezieller, weihnachtlich duftender Likör aus Rum, Vanille, Mandeln, Nelken, Piment, Ingwer und einigen anderen geheimen Zutaten, den Altrichter nach einem alten Familienrezept aus Barbados selbst ansetzt), im Glas auf Eis gerührt, abgeseiht in einen Tumbler – und voilà, fertig ist das flüssige karibische Weihnachtsgebäck.

 

 

 

„ Alkohol ist pflanzlichen Ursprungs und daher an sich eine botanische Sache.“ 

Corn’n’oil ist der Signature Drink des Botanical Garden

Was für uns Weihnachtsgewürze sind, sind in der Karibik Alltagsaromen.

Blue Blazer

Wer würzige Glühweinaromen und frische Schaumweincocktails liebt, wird als spannende Alternative den Pinot Royal lieben: 2,5 cl Bombay Sapphire East, 1 cl hausgemachte Pinot-Rosmarin-Reduktion, 0,5 cl frischer Limettensaft und 2 Stück  affirblätter, auf Eis geshakt und aufgefüllt mit Champagner.

Und als After-Dinner-Drink darf natürlich ein großer Winter-Klassiker nicht fehlen: der Blue Blazer von Kult-Barkeeper Jerry Thomas aus dem Jahr 1862! 3 cl Bulleit Kentucky Bourbon, 1 cl Wray & Nephew White Jamaica Overproof Rum und 2 cl heißes Wasser in einer Kupferkanne erwärmen, entzünden und die flammende Flüssigkeit in hohem Bogen mit einer zweiten angewärmten Kupferkanne mehrmals hin- und hergießen, bis die Flamme erlischt. Dann in ein Old-Fashioned- Glas gießen und mit einer Prise Muskat würzen – wärmer ums Herz kann einem zu Weihnachten nach ein oder zwei Gläsern davon kaum noch werden!


Interview mit Markus Altrichter

  • DER CORN ’N’ OIL IST EINER DER SIGNATURE DRINKS EURER BAR. WIE KAM ES DAZU?

Ich habe längere Zeit als Barchef auf einem großen Kreuzfahrtschiff gearbeitet – dem Traumschiff MS Deutschland. Auf meinen Reisen habe ich auch einige Monate auf Barbados verbracht und dort die Feinheiten der karibischen Küche und vor allem auch der lokalen Drink-Kultur intensiv recherchiert. Der Corn ’n’ Oil, der dort sozusagen der inoffizielle Nationaldrink ist, hat mich vor allem wegen seiner Einfachheit beeindruckt: zwei Zutaten, ein wenig Limettensaft – und trotzdem ein ungemein spannender Drink mit komplexen Aromen!

  • EINE DER ZUTATEN IST DAS GEHEIMNISVOLLE FALERNUM. WORUM HANDELT ES SICH DABEI?

Falernum lässt sich historisch bis in die Römerzeit zurückverfolgen – damals würzte man den sogenannten Falerner Wein, um ihn genießbarer und haltbarer zu machen. Heute ist Falernum ein gewürzter, karibischer Rumlikör, der von der Barkeeperszene im Zug des Vintage-Trends mehr und mehr wiederentdeckt wird und nun auch wieder von Kleinherstellern produziert wird, ein sogenannter „Forgotten Flavour“.

  • DU MIXT DEINEN EIGENEN FALERNUM – WAS IST DAS GEHEIMNIS DER REZEPTUR?

Ich heiße Altrichter, deshalb heißt mein Rezept natürlich Old Judge Falernum. Ein wichtiger Betandteil ist z. B. Mount Gay Rum aus Barbados, das Produkt der ältesten Rumdestillerie der Welt – und der Rest ist ein kleines Geheimnis.

Markus Altrichter

Der Barchef des Botanical Garden war zuvor ein Globetrotter, den es nach mehreren Stationen in Renomierten Wiener Bars schließlich auf ein Kreuzfahrtschiff verschlug. Die Folgen schmeckt man noch heute.


Rezepte