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Riesling

Bei vielen Liebhabern gilt der Riesling als der komplexeste, delikateste Weißwein überhaupt, andere müssen ihn erst entdecken. Da trifft es sich gut, dass der Riesling auch ein idealer Speisenbegleiter ist.
Riesling

Lang vorbei sind die Zeiten, als Rieslinge noch als gefällige, süße und kaum beachtenswerte Weine galten, die man eher Leuten überließ, die mit Wein ansonsten nicht allzu viel anzufangen wussten – und die mehr auf schmeichelnde Süße wertlegten als auf komplexe Aromen. Bereits im Laufe der 1970er-Jahre haben zuerst zahlreiche deutsche Jungwinzer umgestellt und begonnen, ihre Weine trocken auszubauen. Ihre Kollegen aus dem Elsass und Österreich folgten in den Jahren darauf. Und im Anschluss avancierte der Riesling zu einem der beliebtesten und zugleich angesehensten Weine der Welt.

„Der Riesling ist gewissermaßen das weiße Gegenstück zum Pinot Noir“, sagt der auf deutsche und österreichische Weine spezialisierte US-amerikanische Importeur Terry Theise, „denn sowohl beim Pinot Noir als auch beim Riesling handelt es sich um Traubensorten mit der Fähigkeit, ihr Terroir wunderbar wiederzugeben.“ Mit dem französischen Begriff Terroir meint Theise, der als jener Mann gilt, der den Riesling jenseits des Atlantiks populär machte, die Eigenschaften, die einige Traubensorten mitbringen, das geographische, klimatische, geologische, aber auch das kulturelle Umfeld geschmacklich erkennen zu lassen, in dem sie zu Wein verwandelt wurden.


Im Falle des Rieslings sind das zum Beispiel die fantastischen Landschaften mit ihren Weingärten entlang des Rheins oder der Donau, deren Klimaverhältnisse geprägt sind sowohl durch die hohen, steilen und sonnenverwöhnten Terrassen als auch durch die mildernde und feuchtigkeitsspendende Wirkung der mäandernden Flüsse zu deren Füßen. Genau wie der Pinot sei der Riesling zudem eine sehr delikate Sorte, die dem Winzer viel abverlange, nämlich Sorgfalt und Behutsamkeit in Anbau und Verarbeitung, betont der Experte Theise. Obwohl er heutzutage auf allen Kontinenten angebaut wird, auf denen Weinbau betrieben wird, bleibt der Riesling doch eine typische Rebsorte der nördlicheren Anbauländer, und da in erster Linie des deutschsprachigen Raums – zuzüglich Südtirol und Elsass. Die Sorte gilt als besonders winterfest, als spätblühend, was sie vor Spätfrost schützt, und als resistent gegen Trockenheit.

Was allen guten Rieslingen gemein ist, ist ihr komplexes Aromaspiel und eine bestechende Balance im Geschmack. Bei den Aromen spricht man häufig sowohl von heimischen als auch exotischen Früchten wie Aprikose, Pfirsich, Apfel und Rhabarber einerseits sowie Ananas, Mango und Maracuja andererseits. Aber auch Noten von Zitrusfrüchten, Blumen und Kräutern werden ihm gerne zugesprochen. Guter Riesling besticht durch eine Balance aus nicht allzu dominanter Aromavielfalt, ausgeprägter Mineralität und deutlichem, aber elegantem Säurespiel.




Guter Riesling braucht Zeit – sowohl im Weingarten als auch im Keller.

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Johannes Leitz


Der Besitzer des Rüdesheimer Traditionsweinguts über seine Lieblingssorte, über Terroir und den Vergleich mit den Österreichern.


Interview mit Johannes Leitz

  • Ihr Weingut liegt gewissermaßen im Ursprungsgebiet der Riesling-Traube. Wie äußert sich das in ihren Weinen?

Hier, am Rheinknie im unteren Rheingau, sind die Voraussetzungen einfach ideal für den Riesling. Während man beispielsweise den Chardonnay vielerorts anbauen kann, verlangt der Riesling ganz bestimmte Bedingungen, die er hier vorfindet.

  • Welche genau wären das?

Also in jedem Fall die ausreichende Wärme sowie die kühlen Nächte, die er braucht, um seine Säure zu bewahren und um richtig auszureifen. So kann er auch lange und bis in den Herbst hinein immer weiter reifen.

  • Zeit scheint überhaupt ein Faktor zu sein, wenn es um Riesling geht.

Im Unterschied zu anderen Sorten, die reif werden und das war’s dann, entwickelt sich der Riesling nahezu endlos weiter, auch dann, wenn er schon abgefüllt ist. Ein Sauvignon blanc beispielsweise wird nach zwei Jahren in der Flasche bereits etwas flach, während der Riesling erst da beginnt, sich zu entfalten.

  • Unterscheiden sich deutsche Rieslinge stark von österreichischen?

Durch den Weinskandal in den 80er-Jahren haben die Österreicher schon früher auf Qualität gesetzt. Ihre Rieslinge weisen in der Regel mehr Säure und eine höhere Mineralität auf, dafür weniger Fruchtaromen. In der obersten Kategorie der Rieslinge beider Länder verwischen sich aber die Grenzen.

 


Der Riesling

Generell gilt, dass bei österreichischen Rieslingen im Unterschied zu deutschen etwas mehr die Mineralität im Vordergrund steht sowie dass sie häufig alkoholischer ausgebaut werden und somit mehr Körper aufweisen und etwas metallischer und zugleich weniger säurebetont sind. Allen guten Rieslingen indessen ist gemein, dass sie sehr gut altern und nicht zu früh getrunken werden sollten. 

Als Speisenbegleiter findet sich wohl kaum ein besserer Weißwein als der Riesling. Er passt zu einer Fülle von Gerichten, darunter etwa – in seiner gereifteren Variante – in der traditionellen deutschen oder österreichischen Küche zu Schweinefleischgerichten oder gekochtem Rindfleisch; in seiner jüngeren, frischeren auch zu modernen, leichteren Gerichten mit viel Gemüse und Geflügel sowie zu Süßwasser- oder Meeresfisch, zu Sushi und Meeresfrüchten, aber auch zu gut gewürzter indischer, zu kräuterhaltiger südasiatischer wie thailändischer oder vietnamesischer und sogar mexikanischer Küche. 

Zu Frischkäse, aber auch zu intensiven Rotkultur- oder Blauschimmelkäse, zu Süßspeisen und Desserts und frischen Früchten oder Obstsalat indessen empfehlen sich die süßeren Rieslinge wie Kabinett, Spätlese und Auslese. Diese werden nämlich vor allem in Deutschland nach wie vor erzeugt, allerdings in viel geringeren Mengen und weit höherer Qualität, als das in früheren Zeiten der Fall war. 


Riesling steht für elegant ausgeprägte Säure und vielschichtige Fruchtaromen.


Interview mit Roman Horvath

  • Hat es der Riesling in Österreich etwas schwer neben dem alles dominierenden Grünen Veltliner?

Die Beliebtheit des Rieslings nimmt stetig zu, auch wenn es stimmt, dass der extreme Hype um den Grünen Veltliner diese Dynamik in den letzten Jahren etwas abgeschwächt hat. Doch gerade für die Wachau bleibt die Traube ein Aushängeschild, weil wir hier mit den Terrassenböden, dem Fluss und dem Klima über die für sie idealen Bedingungen verfügen.

  • Viele Österreicher denken nach wie vor, dass Rieslinge blumige, allzu aromatische und liebliche Weine sind. Woran liegt das?

Das hat mit Vorurteilen aus der Vergangenheit zu tun, als man Riesling generell mit süßen Weinen gleichgesetzt hat, wie sie damals noch in Deutschland erzeugt wurden. In Wahrheit handelt es sich inzwischen vorwiegend um kräftige, rassige und fordernde Weine.


  • Gibt es einen bedeutenden Unterschied in der Stilistik zwischen österreichischen und deutschen Rieslingen?

Also allgemein gesprochen würde ich die deutschen Rieslinge als etwas verspielter bezeichnen, die österreichischen als etwas straffer, robuster, härter. Wenn man aber von wirklich großen Gewächsen spricht, verschwinden diese Unterschiede weitgehend. Da geht es dann in erster Linie um die Philosophie des Winzers.

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Roman Horvath

Roman Horvath ist Leiter des Weinguts Domäne Wachau im gleichnamigen, renommiertesten aller österreichischen Riesling-Anbaugebiete.


Kultur im Glas

Eine der interessantesten Weißweinsorten der Welt – in großer Auswahl bei METRO!

  • Weingut Wohlmuth Steiermark Riesling Edelschuh

  • Abtei Himmerod Mosel Deutschland Riesling trocken

  • Weingut Gattinger, Wachau
    Riesling Federspiel Terrassen

Riesling10
Art.-Nr.: 20921

Gelbe Steinobstnote, ein Hauch von Mandarinen, zarter Blütenhonig. Saftig, feine Nuancen von Ananas und Maracuja, sehr präzise und pur in der Textur, eigenständige Mineralik. 0,75 l

Riesling11
Art.-Nr.: 49165

Hellgelbe Farbe, Bouquet mit frischen Zitrusaromen und grünen Apfelnoten. Am Gaumen vollmundig mit fein mineralischer Note und angenehmer Säure – ein hervorragender Riesling aus unserem Nachbarland! 0,75 l



Riesling12
Art.-Nr.: 20561

Der Geheimtipp aus der Wachau! Ausgeprägt mineralisch, mit prägnanter, fruchtiger Pfirsicharomatik, ergänzt durch harmonische Säure und dezente Restsüße. 0,75 l




  • Domäne Wachau Riesling Smaragd Achleiten

  • Szigeti, Burgenland Spitzer Graben Riesling Sekt Brut


  • Weingut Gottfried Mittelbach Riesling Kremstal DAC Reserve

Riesling13
Art.-Nr.: 48562

In der Nase sehr aromatisch und fruchtig-komplex, mit weißem Pfeffer und frischen Wiesenkräutern, am Gaumen äußerst saftig. Strukturiert und elegant mit intensiver Fruchtaromatik im lang anhaltenden Finish. 0,75 l



Riesling14
Art.-Nr.: 48799
Erfrischende Aromen von Limetten und weißem Pfirsich. Extra brut, fruchtig-mineralisch, mit lebendiger, knackiger Säure. Zitrus und Limone im Abgang. Der Trend geht zur niedrigen Dosage, wie man sie hier findet. 0,75 l


Riesling9
Art.-Nr.: 264

Schönes Gelbgrün, in der Nase mit zartem Duft nach Pfirsich, kraftvoll und elegant am Gaumen mit lebendiger Säurestruktur, viel Schmelz und Trinkvergnügen mit langem Abgang. 0,75 l




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