Immer ein guter Fang: Festlicher Karpfen

Schon seit dem Mittelalter kommt der Karpfen gerne zu festlichen Anlässen auf den Tisch. Spezialisiert hatten sich einst Mönche und Nonnen auf die Karpfenzucht, weil ihnen an bis zu 150 Fastentagen kein Verzehr von Fleisch gestattet war. Fisch hingegen durfte gegessen werden. Bald schon stand der schmackhafte Karpfen nicht nur am Karfreitag, sondern auch zu Weihnachten am klösterlichen Speiseplan.

Heute sorgen kreative Köpfe mit perfekt zubereiteten klassischen Rezepten genauso für Begeisterung wie mit modernen, überraschenden Interpretationen.

Festlicher Karpfen

Das Motto für Genießer: Karpfe diem!

BESTES ALTER

Karpfen schmecken am besten, wenn sie zwischen zwei und drei Jahre alt und mindestens ein Kilogramm schwer sind. Grund dafür ist das Fett, das jüngeren Tieren noch fehlt: Als Geschmacksträger ist es entscheidend für das typisch kräftige und volle Aroma des Fisches.

AQUAKULTUR MIT REINEM WASSER

Früher wurden Karpfen oft in kleinen Teichen mit schlammigem Wasser gehalten, was sich jedoch negativ auf den Geschmack des Fisches auswirkte. Heute kommen Karpfen aus Aquakulturen mit reinem Wasser und schmecken weder strohig noch fade, sondern angenehm nussig.

IM GANZEN SERVIERT

Auf festlichen Tafeln bietet ein im Ganzen servierter Karpfen nicht nur einen Gaumen-, sondern auch einen Augenschmaus. Hervorragend schmeckt ein mit Gemüse gefüllter Karpfen, der im Ofen gebacken wird. Als Beilagen eignen sich Kartoffelsalat, Salzkartoffel, Gurkensalat, gebratene Tomaten, Champignons oder Paprikagemüse.

Der Karpfen und sein Lebensraum

Ursprünglich aus China stammend, wurde der Karpfen in Europa schon im 13. Jahrhundert zum wichtigen Nutzfisch. Die meist verbreitete Art dieses Süßwasserfisches ist heute der Spiegelkarpfen, der auf eine Züchtung mittelalterlicher Mönche zurückgeht: Sie schafften es, dass der Fisch kaum noch Schuppen hat, was enorm viel Zeit spart bei der Zubereitung. Was seinen Lebensraum angeht, ist der Karpfen außerordentlich genügsam und anspruchslos. Auf seinem natürlichen Speiseplan stehen Plankton, Schnecken, Insektenlarven und Würmer. In der Zucht bekommt er oft auch Getreide, Mais und Soja zu fressen.
Karpfen

Festliche Delikatesse

Eine der traditionellen und beliebtesten Zubereitungsarten von Karpfen ist das Blaukochen. Dabei wird der ganze Karpfen vorsichtig in einem etwa 80 °C heißen Sud pochiert, dem Säure in Form von Weißwein oder Essig hinzugegeben wird. Entscheidend ist, dass die natürliche Schleimschicht des Karpfens vorher nicht abgewaschen wird – nur dann schimmert er nach dem Garen in dekorativem Blau. Ein Klassiker für die Festtagstafel ist auch der im Ofen gebackene Karpfen. Karpfen lässt sich wunderbar frittieren oder mit Kartoffeln und Gemüse füllen und anschließend braten.

Fischsuppe mit Karpfen

In Ungarn serviert man die Fischsuppe Halászlé, die mit Karpfen und weiteren Süßwasserfischen zubereitet wird – gern als Mittagssuppe zu Silvester. Aus Karpfenfilets lassen sich unterschiedlichste Kreationen zubereiten, viele davon attraktive Hingucker am Festtags-Buffet, wie zum Beispiel Karpfen-Terrinen, Karpfen-Mousse oder Karpfenfrikadellen.
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