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Malt Whisky - Der pure Stoff

Sie gelten unter Kennern als Krönung kompromisslos puristischer Whiskykultur: die torfig-rauchigen Single Malts von der schottischen Hebriden-Insel Islay.

 


Die rauchige Wucht ist eine klare Sache für Liebhaber.

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Als würde man am Kiel eines frisch geteerten Fischerboots lecken.“ „Ein Aroma, das an einen Berg brennender Autoreifen erinnert.“ „Hat irgendwie etwas von einem kalten Aschenbecher.“ Keine Frage: Extrem torfige, wuchtige Single Malts, wie sie in den letzten Jahren immer mehr im Trend liegen und in immer rekordverdächtigerer Schwere und Rauchigkeit offeriert werden, sind nicht jedermanns Sache und polarisieren auch unter erfahrenen Whisky-Aficionados heftig, wie so mancher ungewöhnliche Tasting- Kommentar belegt. Oder anders gesagt.

Doch vor allem ist da der dominante, so ungemein charakteristische, von dunklen Erd- und Kräuternoten durchsetzte Geruch von brennendem Torf, der beinahe mit der sakralen Feierlichkeit einer Weihrauchwolke über allem hängt und einen typischen Islay Malt zum wohl einzigen Drink auf dieser Welt macht, dessen geographische Herkunft auf den ersten Schluck beinahe auf den Kilometer genau identifizierbar ist: eine winzige,  wildromantische Insel auf den schottischen Hebriden, wenige Meilen vor der nordirischen Küste gelegen, deren altehrwürdige Destillerien mit dem internationalen Boom zu hochkarätigen Single Malt Whiskys in den letzten Jahrzehnten gewissermaßen zu den Hütern des heiligen Grals puristischer, authentischer Whiskykultur avanciert sind.


Der heilige Gral für Whiskyfans mit Hang zum authentisch Eigenwilligen.

 

Bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren die heute legendären Destillerien auf Islay wie Ardbeg, Bruichladdich, Bunnahabhain, Bowmore, Caol Ila, Laphroaig oder Lagavulin kaum mehr als Rohstoffzulieferer für die großen Whiskyhersteller auf dem Festland, die aus den Single Malts kommerziell erfolgreiche Blends, also Verschnitte aus  verschiedenen Malts unterschiedlicher Herkunft, produzierten.

Erst Mitte der sechziger Jahre begannen sich Single Malts als eigenständige Spirituose zu etablieren, an deren Spitze viele Liebhaber heute die unverkennbaren Torfbomben aus Islay reihen. Der entscheidende Unterschied: Während viele Destillerien das Gerstenmalz über aromatisch neutraler oder nur dezent rauchiger Hitze darren, leiten Hersteller wie z. B. Laphroaig den intensiven Rauch eines Torffeuers ganz gezielt über das Malz.


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Der Torf und die Seeluft verleihen dem Malt seine Strenge, die Fasslagerung die Raffinesse.


ISLAY MALT - Beseelt vom Geist der Insel: die besten der legendären, rauchigen Ausnahmewhiskys.

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  • ARDBEG UIGEADAIL

Der legendäre, hochprozentige Ardbeg, rauchig und extrem komplex

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  • BOWMORE SMALL BATCH
Junger Islay Malt, exklusiv gereift in Bourbonfässern
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  • „THE CLASSIC LADDIE“

Das traditionelle Flaggschiff der Brennerei Bruichladdich

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  • BUNNAHABHAIN 12 YEARS OLD

Frisch, aromatisch, mit Nüssen, Karamell und feiner Rauchnote

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  • LAPHROAIG QUARTER ISLAY
Die perfekte Paarung von Rauch und Eiche aus dem kleinen Fass
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  • LAGAVULIN 16 YEARS
Der älteste der Classic Malts, mit intensiver Torf-, Jod- und Seetang-Note

Was PS für ein Auto sind, ist der Grad der „peatiness“ für einen echten Islay Malt.

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Durch die Verwendung des urwüchsigen Brennstoffs, der in den weitläufigen Mooren der Insel gestochen wird, entsteht der unverkennbare Geschmack, der vor allem den so genannten Phenolen zu verdanken ist: mehr als zwanzig verschiedene aromatische chemische Verbindungen, die durch den Verbrennungsprozess entstehen und die für die extreme Charakteristik der Islay Malts verantwortlich sind.

Sogar eine Maßeinheit existiert mittlerweile für diese ganz spezielle so genannte peatiness, die Torfigkeit, die unter Malt-Kennern ähnlich ehrfurchtsvoll wie PS-Zahlen unter Autofans gehandelt wird: ppm – parts per million. Der Rekord steht bei heftigen 160 ppm für den brutal delikaten Octomore von Bruichladdich. Zum Vergleich: die bekanntesten, relativ milden Islay-Einstiegsdrogen wie etwa Lagavulin oder Laphroaig liegen bei „nur“ ca. 40 ppm und sind im Vergleich z. B. zu einem braven Bourbon trotzdem wahre Torfmonster. Auf Abenteuerlustige wartet also noch so manches Wagnis – slàinte mhath!


Interview mit Erich Wassicek

  • WAS MACHT DIE SINGLE MALT WHISKYS AUS ISLAY SO EINZIGARTIG?

Die Single Malts von Islay sind gewissermaßen Topographie zum Trinken: In ihrer Aromenvielfalt spiegeln sie wie kaum eine andere Spirituose die Charakteristik der Naturlandschaft absolut kompromisslos wider, z. B. die Salz-, Jod- und Seetangnoten der Meeresluft oder die Erdigkeit der Torfmoore, die dann durch die Lagerung z. B. in Sherry-Fässern zusätzliche Komplexität und Raffinesse erhalten.

 

  • WIE ENTSTEHT DIESE BESONDERE RAUCHIGKEIT UND SCHWERE DER ISLAY MALTS?

Das ist ein sehr komplexer Prozess, bei dem jede Destillerie ihre streng gehüteten Geheimnisse hat. Die kritischen Faktoren sind die Feuchtigkeit des Torfs und die Temperatur des Torffeuers beim Darren des Gerstenmalzes. Bei hoher Feuchtigkeit und niedriger Temperatur entstehen die eher rauchigen Aromen, wie sie z. B. für Laphroig typisch sind. Je höher die Temperatur und je trockener der Rauch, desto „medizinischer“ wird das Aroma, diese typische, nach Apotheke wirkende Phenol-Note, wie sie z. B. Ardbeg sehr ausgeprägt besitzt.


  • WIE TRINKT MAN EINEN ISLAY SINGLE MALT AM BESTEN?

Am besten neat, also pur, ohne Eis, bei Zimmertemperatur und aus einem tulpenförmigen Nosing Glass. Nach Geschmack oder bei Malts mit Fassstärke kann eventuell eine Spur Wasser hinzugegeben werden – aber bitte nur ganz wenig und am besten schottisches Quellwasser. 

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Mit seiner Bar Halbestadt betreibt Erich Wassicek einen der renommiertesten Single-Malt-Hotspots in Wien: Eine von nur zwei Ardbeg Embassy Bars im gesamten deutschsprachigen Raum.

Rezepte