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Wein, der Menschen verbindet – bekömmliche Weine vom Weingut Gattinger aus der Wachau

Weingut Gattinger
„Wein soll Menschen verbinden“, sagt Mag. Andreas Gattinger. Bekömmlich und rein sind seine Wachauer Qualitätsweine, die den klassischen Kategorien Federspiel und Smaragd zugeordnet werden.

Das Racket gegen die Weinhaue getauscht

Er solle, habe ihm sein Vater geraten, nicht den Beruf des Weinhauers ergreifen, erzählt Andreas Gattinger. Die Arbeit sei zu schwer. Der Sohn befolgte diesen Rat, studierte Sport und Psychologie im Lehramt und schwang als erfolgreicher Tennisspieler das Racket. 44 Jahre lang hatte Andreas Gattingers Vater als Kellermeister Wachauer Weinen zu weltweiter Anerkennung verholfen. 1996 erfüllte er dann doch den Wunsch des Sohnes und übertrug ihm den Weingarten und den Keller im elterlichen Haus
Gattinger Andreas

Damit war der Grundstein für das Weingut des Quereinsteigers Andreas Gattinger gelegt. Heute bewirtschaftet er mit seiner Frau Martina fünf Hektar Weingarten in besten Wachauer Lagen: Dazu zählen Steinriegel, Achleiten, Vorderseiber, Hinter der Burg, Hinterkirchen und das Herzstück des Betriebes, der Weitenberg, wo das Familienweingut mit Blick auf die Donau liegt.

 

„Das Hauptaugenmerk unseres Betriebes liegt auf der Bekömmlichkeit der Weine und der Nachhaltigkeit im Weingarten.“

Andreas Gattinger

Nachhaltigkeit ist nicht bequem

Nachhaltigkeit ist nicht bequem
Andreas Gattingers Vater hatte recht: Ein Erholungsurlaub ist die Arbeit im Weingarten nicht. Umso mehr, wenn man auf Nachhaltigkeit Wert legt. „Der Wein muss die Gesundheit fördern“, sagt Andreas Gattinger und verzichtet deshalb auf Insektizide, Herbizide, Botrytizide und Kupfer. Er verwendet abbaubare Produkte, wenn es nötig ist.

Auf den steilen, für die Wachau so typischen Steinmauerterrassen ist der Einsatz von Maschinen und Geräten nur bedingt möglich. Der von Virgilius Eder entwickelte Unkrautkreisel und die „Reblaus“, ein Mulchbodenlockerer, machen die Arbeit ein wenig leichter. Ganz eng zum Weinstock kommt aber kaum ein Gerät, weshalb man den Winzer im Frühling oft mit der Weinhaue im Weingarten sieht: Mit diesem traditionellen Werkzeug entfernt er das Unkraut unter den Reben. Er „behaut“ den Boden, ist also noch ein echter „Weinhauer“.

 

„Winzer zu sein ist viel mehr, als Wein zu produzieren. Ich bin draußen bei den Pflanzen und gehe mit ihnen jeden Vegetationsschritt mit.“

Andreas Gattinger

International vernetzt

Als Quereinsteiger suchte sich Andreas Gattinger anfangs seine Absatzmärkte dort, wo der Wachauer Wein noch unbekannt war. In Amsterdam lernte er die größten Winzer Europas kennen, diskutierte mit ihnen übers Weinmachen und schaute sich einige kluge Handgriffe ab. In der spanischen Weingegend Rioja zeigte ihm ein Winzer, wie man die „Schultern“ einer im oberen Bereich verästelten Traube abtrennen und daraus Wein höherer Qualität gewinnen kann, während der untere, weniger süße Teil zur Herstellung einfacherer Weine genutzt wird.
International vernetzt
Das macht vor allem in schwierigen Jahren mit wenig Sonnenwärme und viel Regen Sinn, wenn die Trauben nur sparsam Zucker ansetzen. Die obersten Weinbeeren bekommen dann noch die meiste Sonne ab, sind daher süßer als die unteren. In den vergangenen Jahren waren die Sommer heiß und trocken, da verliert der Kunstgriff der Traubenteilung an Bedeutung. In Hinblick auf die Klimaerwärmung macht es, meint Andreas Gattinger, schon eher umgekehrt Sinn: Die charakterstarken, nicht ganz so süßen unteren Trauben werden zu eleganten Weinen ausgebaut.

Rotweine aus der Wachau

Rotweine aus der Wachau
Gute Rotweine kommen aus dem Burgenland, gute Weißweine aus der Wachau. Eine Regel, die Andreas Gattinger durchbrechen möchte. Schon jetzt gilt er als DER Rotweinwinzer in der Wachau. Er setzt Rotweinreben aus, aus denen er Weine keltert, die es wert sind, entdeckt zu werden. Der Spezialisierung auf die typischen Wachau-Weine Grüner Veltliner und Riesling setzt Andreas Gattinger die Freude an der Vielfalt entgegen, er erweitert die Nische und knüpft damit an eine Ära an, als der Rotwein in der Wachau noch große Zeiten erlebte.

Naturprodukt in Handarbeit abgefüllt

Sein Lieblingswein? „Das schwankt“, sagt Andreas Gattinger diplomatisch. „Es gibt Weine, die mir zeitweise mehr Freude machen.“ Zum Beispiel der Riesling Cecilia aus dem 2017er Jahrgang. Den Riesling kannte man stets als säurebetonten Wein, der gerne zu fettreichen Speisen getrunken wurde, als die Menschen noch harter körperlicher Arbeit nachgingen. Heute isst man schlanker und trinkt lieber fruchtig als säurebetont.
Andreas und Martina
Andreas Gattinger passte den Riesling diesem neuen Lebensstil an. Er nimmt die Säure schon beim Most weg und lässt den Wein mehr Fruchtigkeit und bereichernde Aromen aufbauen. Er baut den Riesling anders aus als bei vielen Winzern üblich und freut sich über das Ergebnis. Der Riesling Federspiel und der Riesling Cecilia haben schöne Zuwachsraten, weil sie sich von den anderen Rieslingen abheben.

Der Charme alter Weine

Der Charme alter Weine
Das Weingut Gattinger wächst. Durch einen Zubau beim Presshaus wird die Traubenannahme kräftesparender abgewickelt. Die 30 Kilogramm schweren roten Traubenkisten zu heben, tut auf Dauer der Wirbelsäule nicht gut. Jetzt soll der Kleinbetrieb so optimiert werden, dass Stapler die Arbeit erleichtern können. In der neuen Vinothek will Andreas Gattinger ganz alten Weinen einen Rahmen geben. Er will dort jene Kostbarkeiten zum Verkosten anbieten, die er von seinem Vater und dem Doyen des Wachauer Weines, Josef Jamek, geerbt hat. Manche der Flaschen sind 60 oder 70 Jahre alt.

„Ich möchte zeigen, dass Weine nicht viel Schwefel und Zucker brauchen, um alt zu werden“, erklärt Andreas Gattinger. Und man weiß, es wird noch viel Spannendes bei ihm zu entdecken geben.

  

„Man darf die Weine nicht verbiegen, sonst zerstört man sie. Man muss sie annehmen, wie sie sind.“

Andreas Gattinger